Archiv des MonatsFebruar, 2009

Gute-Laune-Strategie

Klage nicht über hohe Fahrpreise, zyklische Fahrpreiserhöhungen und Kontrolleure, sondern tu was, damit wir ab 1. Januar 2010 den ÖPNV-Nulltarif in Deutschland haben. Wir brauchen das schon allein als Gute-Laune-Strategie: Oder wodurch sonst bekommen wir so einfach, billig und dauerhaft so viele gelöste, zufriedene Gesichter in Bus und Bahn zu sehen?

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Du willst es doch auch

27. September 2009 - Wahl zum 17. Deutschen Bundestag. Auf der ersten Sitzung im Oktober beschließt das Parlament eine milliardenschwere Nulltarifprämie für alle Kommunen, die den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf »kostenlos für alle« umstellen. Ab 1. Januar 2010 ist der ÖPNV in weiten Teilen Deutschlands kostenlos. Schluß mit Fahrscheinquatsch und Kontrollschikane, aus und vorbei…

Dies ist keine Utopie, sondern Realität - wenn genug ÖPNV-Benutzer es wollen und mit ihrem Wahlzettel politische Kräfte beauftragen, die diesen Willen umsetzen.

Unsere Innenstädte ersticken im Motorisierten Individualverkehr (MIV), gleichen öden Giftgas- und Lärm-Kloaken. Statt Entlastung zu schaffen durch massive Förderung des Fahrrades und des ÖPNV, schenkt die Regierung gerade jetzt wieder Pkw-Käufern 2.500 Euro und erläßt die Kfz-Steuer für bis zu 2 Jahre - voll auf Kosten der Allgemeinheit. Fußgänger, Radler und ÖPNV-Benutzer gehen nicht nur leer aus, sondern müssen den Spaß auch noch mitfinanzieren.

Jeder Bewohner der Bundesrepublik subventioniert den Kfz-Verkehr ohnehin schon Jahr für Jahr mit 1.500 Euro. Im Mittel verursacht ein Pkw jährlich ca. 2.250 Euro externe Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden. Über die Laufzeit des Pkw gerechnet sind dies insgesamt ca. 22.500 Euro (Externe Kosten Verkehr, Umwelt- und Prognoseinstitut Heidelberg). Dies sind Gelder für: Straßenbau, Unfälle, deren Kosten nicht durch die Kfz-Versicherung getragen werden, Lärm, Luftverschmutzung, Flächenverbrauch, Treibhauseffekt usw.

Deshalb ist es längst überfällig, den ÖPNV in ganz Deutschland kostenlos zu stellen. Wer sich ökologisch verhält, soll nicht noch durch Fahrscheinkram und Kontrolleure schikaniert werden. Nur das bringt die maximale Zahl von Individuen dazu, auf die eigene Fahrmaschine zu verzichten. So wird die Stadt wieder der lebendige urbane Raum, wo wir einander von Mensch zu Mensch begegnen können.

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