Ein neues Deutschland

Würde die Tageszeitung ‘Neues Deutschland‘ ihrem Namen Ehre machen wollen, würde sie sich glasklar für den ÖPNV-Nulltarif stark machen. Derzeit sind sie noch auf dem Stand, wegen weil Berliner S-Bahn-Chaos sollte man eventuell »kollektiv schwarzfahren«. Aber irgendwann fällt bestimmt auch dort am Redaktionstisch der Groschen, daß man es viel größer anpacken muß: Ein Deutschland mit ÖPNV-Nulltarif, ja das wäre ein ‘neues Deutschland’. ND, 6. Januar 2011.

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Ein Loblied auf die Strassenbahn

Straßenbahnwagen in Wien

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Fahren wie Gott in Frankreich

»Seit es hier den Nulltarif gibt, nimmt die Begeisterung zu«, sagt Magali
Giovannangeli, die stellvertretende Bürgermeisterin der südfranzösischen Kleinstadt Aubagne. Seit wann gibt es dort den Nulltarif? Seit Mai 2009. Was sagt Frau Giovannangeli noch? Das ist zu hören in der Radiosendung Liberté, égalité, gratuité! ÖPNV für lau, Radio Dreyeckland Freiburg, 11. Februar 2010 · Ganz, gekürzt (MP3).

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Kostenloser ÖPNV im Landkreis Würzburg

Im Landkreis Würzburg soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) »für alle Landkreisbürger« kostenfrei gestaltet werden. So der Vorschlag von Landrat Eberhard Nuß (CSU). Mainpost, 13. Oktober 2009.

Großartig, doch wie will man zwischen »allen Landkreisbürgern« und Leuten von außerhalb unterscheiden? Konsequent wäre: Gratis-ÖPNV für alle Menschen. Oder sollen Besucher mit Fahrscheinkram schikaniert werden, sofern sie dort im Landkreis Würzburg aufkreuzen und den Bus benutzen wollen? Vielleicht meint Landrat Nuß aber auch alle Menschen, wenn er »alle Landkreisbürger« sagt.

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Einen Monat freie Fahrt im ÖPNV für alle Bürger

Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 16/2690, 7.10.2009: Antrag der Fraktion der FDP: »Konsequenzen aus dem S-Bahn-Chaos: Einen Monat freie Fahrt im ÖPNV für alle Bürger«. Der Vorgang im Plenum.

Komentare (2)

Berlin, April 2010: ÖPNV-Nulltarif für alle?

Schlagzeilen der Berliner Presse der letzten Tage:

1 Monat Gratis-Nahverkehr in der deutschen Hauptstadt, die FDP schlägt den April 2010 vor, das wäre ein erstes starkes Signal in die richtige Richtung. Selbst der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, fände einen Praxistest Nulltarif »wahnsinnig interessant«. Verfault dagegen sind die »Argumente« der Bedenkenträger von SPD, Grünen und VCD.

Aber auch die FDP hat die Sachlage noch nicht wirklich intellektuell durchdrungen. Hält der Berliner Fraktionsvorsitzende, Christoph Meyer, doch einen Nulltarif auf Dauer für »nicht finanzierbar«. Alles ist »finanzierbar«, wenn der politische Wille da ist.

Von den 30 Mrd. Euro, die der Staat in den letzten zwölf Monaten zum Fenster rausgeworfen hat, ließe sich locker ein ÖPNV-Nulltarif auf Dauer finanzieren - in ganz Deutschland.

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Erhöhung des erhöhten Fahrpreises?

Wenn es nach den Verkehrsunternehmen geht, sollen Schwarzfahrer künftig einen erhöhten Fahrpreis von 60 Euro zahlen. Die derzeitigen 40 Euro schrecken angeblich keinen mehr ab. Bisher stellte sich das Bundesverkehrsministerium aber quer.

60 Euro erhöhter Fahrpreis, das wäre das falsche Signal. Das richtige Signal wäre: 0 Euro, alle Kontrollen einstellen, entgeltfreier ÖPNV in Deutschland.

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ÖPNV für alle - live und ohne Fahrschein

Was verspricht sich BMW von Staatsoper für alle - »live und ohne Eintritt«? Und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, dafür die Schirmherrschaft zu übernehmen? Intelligentes Kunst- und Kultursponsoring nach dem Motto »Gratis ist sexy«? Eine Anzeige »Eintritt frei - dank BMW Berlin« nimmt das Publikum wohlwollender auf als öde Selbstbeweihräucherung. Der Glanz der mit viel Steuergeldern gepäppelten Staatsoper fließt in die Arme der Autofabrik. Im Gegenzug kann das Unternehmen sagen: Wir machen ‘Eigentum verpflichtet‘.

Die Vorteile für den Sponsor müssen nicht vordergründig sein: Wer sich keine Karte für die Oper leisten kann oder will, kauft der einen BMW?

Was mit Oper funktioniert, warum soll das mit ÖPNV nicht klappen? Neben Kunst- und Kultursponsoring gibt es auch Sozio- und Umweltsponsoring. Wäre bspw. die BSR nicht viel witziger, wenn sie die Stadt nicht nur mit flotten Sprüchen ergötzt, sondern auch mal den Berliner ÖPNV für eine Woche sponsert - als Belohnung für akkurate Mülltrennung. Von BMW lernen…

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Australische Verhältnisse

Jürgen Bertram, Co-Autor des Buches Sehnsucht Australien - Vom Abenteuer des Auswanderns, schwärmte im Deutschlandradio Kultur über die Weite Australiens. Nur 20 Mio. Menschen leben dort auf der 25fachen Fläche der Bundesrepublik Deutschland.

»Woran merkt man die Horizonterweiterung im Wesen der Menschen?« fragte die Moderatorin.

Herr Bertram: »Wenn ich in Hamburg in den Bus steige, muß ich immer gewahr sein, daß der Busfahrer mich anmuffelt. Daß er zu mir sagt: ‘Ich bin doch keine Wechselstube’, wenn ich statt des passenden Fahrgeldes 20 Euro hinlege … In Australien, da sagt der Busfahrer: ‘Mein Gott, dann zahlen Sie eben nicht, ich setze Sie schon an der richtigen Stelle ab.’ Diese alltägliche Freundlichkeit ist etwas sehr Angenehmes.«

Wie bekommen wir diese australischen Verhältnisse hier in Deutschland? Natürlich nicht dadurch, daß man am 27. September sein Kreuz (wieder) bei einer Partei macht, die nicht mal im Traum daran denkt, den ÖPNV auf gratis für alle umzustellen.

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Nulltarif, sonst biegen wir die Schienen schief

Der Demo-Schlachtruf „Null-, Null-, Nulltarif, sonst biegen wir die Schienen schief“ aus den 70ern ist angeblich deshalb in der Versenkung verschwunden, weil sich die „Erkenntnis durchgesetzt“ habe: „Was nichts kostet, ist nichts wert“.

Diese „Erkenntnis“, wenn sie jemals richtig war, ist heute ganz klar falsch. Im Internet kosten viele gute Dinge nichts, von Wikipedia bis Google Maps. Ganze Bibliotheken stehen gratis zur Verfügung (Projekt Gutenberg, zeno.org). Bands reißen sich darum, ihre Songs umsonst unters Volk zu bringen (Radiohead, Coldplay). Und dann die Freie Software (Linux, Apache, PHP, OpenOffice).

Alles „nichts wert“? Das ist das eine. Das andere kann man so zusammenfassen:
„Nulltarif, sonst kippt das Klima definitiv!“

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